Klausenpass Autofrei 2026
Mein Bikeabenteuer Klausenpass bescherte mir schon am Hauptbahnhof Zürich den ersten Schrecken, der Lift war ausser Betrieb. Wer sucht der findet, am anderen Ende des Perrons fand ich den Schräglift der mich ans Tageslicht hob. Knapp aber rechtzeitig erwischte ich den Zug nach Linthal. Ganz der einsame Biker war ich an diesem Tag nicht, tausende Radfahrer zog es an den Freipass Klausen, 7800 laut offizielle Zahlen, entsprechend vollgestellt war das Abteil.
Der Bahnhof Linthal ist nicht Barrierfrei, deshalb stieg ich schon in Braunwald aus und startete die Passfahrt von dort. Bei Heldenwetter kurbelte ich zügig bis Urner Boden, gezogen und angestachelt von einem Gümmeler. Zur ersten Pause kam der zweite Akku zum Zug, denn die grosse Herausforderung stand mir noch bevor. Die nun folgende schöne Serpentinenstrecke bot nicht nur sensationelle Weitblicke, sondern auch saftige Höhenmeter bis zur Passhöhe.
Nur ein kurzes Mittagessen später, auf fast 2000 Meter ü M. blies der Wind doch recht unangenehm, stürzte ich mich in die Abfahrt Richtung Uri.
Beim Zeitstein, der befindet sich im oberen Teil des Schächentals auf der Westanfahrt zur Passhöhe, auf rund 1700 m ü. M. war ein Fotostop angesagt.
Dumm nur dass mir dabei mein Telefon aus den Fingern glitt, prompt purzelte es einige Meter die Felswand hinunter.
Weder ein Mitradler der dem Maleur beiwohnte, noch ein anwesender Polizist konnten das Gerät bergen. Kurz angebunden meinte er, ich solle einen Verlustschein schreiben. Mir blieb nichts anderes übrig als die Weiterfahrt fortzusetzen.
In Unterschächen rief mir ein Feuerwehrmann zu der wievielte Teilnehmer ich sein. Bei der folgenden Unterhaltung mit dem Feuerwehrmann Martin erzählte ich von meinem Handyverlust, der rief den Rettungskletter der Feuerwehr, Sam Kempf vom Imholz Sport in Bürglen an. Zusammen mit Martin Arnold kletterten sie dann in die Wand und fischten mein Telefon aus einem Gebüsch
Am nächsten Tag konnte ich das Telefon bei Martin Huser wieder in Empfang nehmen, ich bin wirklich dankbar für die unkomplizierte Hilfe. Auf der Heimfahrt erwartete mich dann wieder ein Waggon mit bis zur Decke gestapelter Fahrräder.
Ganz reibungslos verlief die Reise allerdings nicht, zurück am HB in Zürich benötigte ich drei Anläufe bis ich den richtigen Zug nach Uster fand. Ein Zugausfall wegen Problemen mit der Türe liess mich auf dem leeren Perron stehen. Ohne Handy konnte ich keinen Fahrplan aufrufen und musste deshalb mehrmals mit dem Lift an die Oberfläche um die Hinweistafel zu studieren. Den richtigen Lift zu finden war dabei echt eine Herausforderung, deswegen kam ich zweimal zu spät auf das richtige Gleis.
Schlussendlich schaffte ich die weiterfahrt und erreichte am späten Nachmittag meinen Ausgangspunkt zuhause.
Willi
